Rechtspflicht ab 20.11.2026
Verbraucherkreditrichtlinie: was sich ab dem 20.11.2026 für Kauf auf Rechnung, Ratenkauf und BNPL ändert
Ab dem 20.11.2026 gelten neue Regeln für Verbraucherkredite, und sie reichen bis in den Checkout. Kauf auf Rechnung bleibt nur unter engen Voraussetzungen ausgenommen, Ratenkauf und Buy now pay later über Zahlungsanbieter fallen unter das Verbraucherkreditrecht, und Werbung für Kreditprodukte braucht den Warnhinweis „Achtung! Kreditaufnahme kostet Geld“.
- Gilt ab
- 20.11.2026
- Rechtsgrundlage
- Richtlinie (EU) 2023/2225, umgesetzt durch BGBl. 2026 I Nr. 139
Was gilt und woher es kommt
Grundlage ist die EU-Richtlinie 2023/2225. Deutschland hat sie mit dem Gesetz vom 12.05.2026 umgesetzt (BGBl. 2026 I Nr. 139). Der größte Teil tritt am 20.11.2026 in Kraft, auch die Änderungen im BGB und im UWG.
Laut Kanzlei Noerr gilt das Verbraucherdarlehensrecht dann auch für unentgeltliche und kurzfristige Kredite sowie für Beträge unter 200 Euro. Für Verträge, die vor dem 20.11.2026 bestanden, gilt das bisherige Recht weiter.
Kauf auf Rechnung
Ein Zahlungsziel bleibt nur ausgenommen, wenn der Shop es selbst und unentgeltlich gewährt, ohne dass ein Dritter finanziert, höchstens 50 Tage nach Lieferung, und bei Verzug nur begrenzte Kosten entstehen (§ 506 BGB neu). Für Unternehmen, die keine kleinen oder mittleren Unternehmen sind und online verkaufen, gelten höchstens 14 Tage, und kein Dritter darf die Forderung erwerben.
Ratenkauf und Buy now pay later
Ist ein Zahlungsanbieter eingebunden, der finanziert oder die Forderung erwirbt, greift die Ausnahme laut Noerr nicht. Dann gilt das Verbraucherdarlehensrecht, unter anderem mit Kreditwürdigkeitsprüfung und Widerrufsrecht.
Werbung für Kreditprodukte
Wer für Kreditprodukte wirbt, etwa für Ratenzahlung, braucht einen klaren und auffallenden Warnhinweis mit der Formulierung „Achtung! Kreditaufnahme kostet Geld“ oder einer gleichwertigen. Unzulässig ist außerdem, zu suggerieren, ein Kredit verbessere die finanzielle Lage (UWG, Anhang Nr. 23e).
Wen es betrifft
Shops, die Kauf auf Rechnung, Ratenzahlung oder späteres Bezahlen anbieten oder damit werben, egal ob selbst oder über einen Zahlungsanbieter.
Wer Finanzierungen gegen Vergütung vermittelt, braucht eine neue Erlaubnis nach § 34k GewO. Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen, die Zahlungsaufschübe nur für eigene Waren vermitteln, sind laut Noerr davon ausgenommen.
Was das im Shop bedeutet
Aus unserer Praxis: Diese Stellen würden wir vor dem 20.11.2026 durchgehen:
- Zahlarten im Checkout: Rechnung, Raten, später bezahlen, und wer jeweils finanziert
- Banner, Produktseiten und Checkout-Texte, die mit Raten oder späterem Bezahlen werben
- Widgets des Zahlungsanbieters, die automatisch auf Produktseiten erscheinen
- Das Zahlungsziel auf eigenen Rechnungen, falls der Shop selbst auf Rechnung verkauft
Welche Zahlart unter welche Regel fällt, hängt am Vertrag mit dem Zahlungsanbieter. Wie er die neuen Regeln umsetzt, erfährst du dort.
Was du jetzt tun kannst
- 01
Selbst prüfen
Liste alle Zahlarten auf und alle Stellen, an denen der Shop mit Raten oder späterem Bezahlen wirbt, auch die Einblendungen des Zahlungsanbieters.
- 02
Prüfen lassen
Frag deinen Zahlungsanbieter, wie er die Regeln ab dem 20.11.2026 umsetzt, und lass Werbetexte zu Finanzierungen von deinem Rechtstext-Anbieter prüfen.
- 03
Ersetzen oder umsetzen
Warnhinweise, angepasste Werbetexte und geänderte Zahlungsziele lassen sich im Theme und in den Zahlungseinstellungen umsetzen, am besten vor dem Stichtag.
Häufige Fragen
- Was ändert sich ab dem 20.11.2026 beim Kauf auf Rechnung?
- Ein Zahlungsziel ist nur noch vom Verbraucherkreditrecht ausgenommen, wenn der Shop es selbst und unentgeltlich gewährt, ohne Finanzierung durch Dritte, höchstens 50 Tage nach Lieferung und mit begrenzten Kosten bei Verzug. Für Unternehmen, die keine kleinen oder mittleren Unternehmen sind, liegt die Grenze online bei 14 Tagen.
- Gilt die neue Verbraucherkreditrichtlinie für Buy now pay later?
- Ja. Ab dem 20.11.2026 fallen laut Noerr auch unentgeltliche und kurzfristige Kredite unter das Verbraucherdarlehensrecht. Die Ausnahme für den Zahlungsaufschub greift nicht, wenn ein Dritter wie ein Zahlungsanbieter finanziert oder die Forderung erwirbt.
- Muss ich im Shop „Achtung! Kreditaufnahme kostet Geld“ schreiben?
- Wenn du für Kreditprodukte wirbst, etwa für Ratenzahlung, ja: Ab dem 20.11.2026 braucht solche Werbung einen klaren und auffallenden Warnhinweis mit dieser oder einer gleichwertigen Formulierung (UWG, Anhang Nr. 23e).
- Brauche ich als Shop eine Erlaubnis nach § 34k GewO?
- Die neue Erlaubnis braucht, wer Verbraucherdarlehen oder Finanzierungshilfen gewerbsmäßig gegen Vergütung vermittelt. Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen, die Zahlungsaufschübe nur für eigene Waren vermitteln, sind laut Noerr ausgenommen.
- Gelten die neuen Regeln auch für bestehende Verträge?
- Nein. Für Verträge, die vor dem 20.11.2026 bestanden, bleibt laut Übergangsregel das bisherige Recht anwendbar.
Wichtig: Diese Seite fasst die Regel mit Datum und Fundstelle zusammen. Sie ist keine Rechtsberatung. Ob und wie die Regel deinen Shop trifft, ist eine Rechtsfrage deines Einzelfalls. Wir sagen nicht, ob eine bestimmte Aussage in deinem Shop zulässig ist.
Das übernehmen wir für dich
Wir gehen Zahlarten, Werbetexte und Einblendungen im Shop durch, setzen Warnhinweise und angepasste Texte um und veröffentlichen nach deiner Freigabe.
Quellen
- Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 139: Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2023/2225 über Verbraucherkreditverträge, gelesen am 29.09.2026
- Noerr: Gesetz zur Umsetzung der Verbraucherkreditrichtlinie beschlossen, gelesen am 29.09.2026
Stand dieser Seite: 29.09.2026